Endlich entspannt alleine bleiben...

Kennt ihr es auch, ihr kommt nach Hause und eure Wohnung sieht aus wie ein Trümmerfeld??? Der Mülleimer ist ausgeräumt, eure Wäsche durchwühlt, Einrichtungsgegenstände zerstört und eventuell noch Urin oder Kot auf dem Boden oder eurem Bett??? Die Nachbarn sind genervt und ihr bekommt eine Beschwerde nach der anderen über das Gebelle von eurem Hund, wenn ihr nicht zu hause seid???

 

Meine Hündin Lefi kam mit ca. 9 Wochen als Zweithund zu mir. Sie war hyperaktiv und sehr anhänglich. Lefi hat mich vor einige Herausforderungen gestellt und mir gezeigt was Geduld wirklich bedeutet. Eines ihrer heftigsten Probleme vom ersten Tag an war, dass sie nicht alleine bleiben konnte. Ich hätte nie gedacht, dass ich dieses Problem haben würden, denn mein Rüde Milo war bei ihr. Sie war also nicht alleine...

 

Doch als ich nach Hause kam, das erste mal nachdem sie mit Milo allein in der Wohnung war, rannte sie mir entgegen mit einer Tablettenpackung im Maul und die Nachbarn sprachen mich wegen dem Gebelle an.

 

Da war mir klar, ich habe ein Problem!

 

Ich war so frustriert, denn ab nun musste sich fast alles nach dem Hund richten. Nicht schnell etwas einkaufen gehen, ein Kinobesuch oder etwas mit Freunden unternehmen ohne Hund. Ich hatte das Glück, dass ich ihr damals eine 24h Betreuung geben konnte.

 

Um einen Überblick zu bekommen, habe ich eine Videokamera aufgestellt und beobachtet was sie macht. Sofort nach dem Verlassen, rannte Lefi panisch durch die Wohnung und sprang auf die Möbel. Sie suchte mich verzweifelt.

Lefi bellte hysterisch und jaulte laut wie ein Wolf. Milo war wenig beeindruckt und schlief auf seinem Kissen.

 

Ich hatte genug gesehen, diese Sequenzen haben gereicht. Es tat mir so weh meinen Hund leiden zu sehen.

Also erstellte ich einen Trainingsplan und ab nun hieß es für jeden Tag mehrmals: üben, üben, üben!

 

Viele Wiederholungen und ca. ein halbes Jahr später war es möglich, dass Lefi für ungefähr 30 Minuten alleine bleiben konnte. Immmerhin, aber mit Hilfe der Videoanalyse konnte ich sehen, dass sie nur gelernt hatte abzuwarten und nach 30 Minuten wieder in ihren Panikmodus verfiel. Mir war klar, dass wir noch lange nicht am Ziel waren und wir fleißig weiter trainieren mussten.

 

Nach 1,5 Jahren war es dann geschafft und heute bleibt sie entspannt mehrere Stunden alleine zu Hause.

 

Ein wichtiger Teil in meinem Trainingsplan war das Thema Regeln. Ein Hund braucht klare, verständliche Regeln und Rituale, sie geben ihm Sicherheit und Orientierung. Regeln aufzustellen und einzuhalten bilden die Basis. So wird es für den Hund einfacher auch ohne euch zurecht zu kommen.

Hier sind einige Vorschläge für mögliche Regeln:

- Bett/ Sofa nicht frei zugänglich für den Hund

- ihr übernehmt die Führung beim Spazieren gehen und der Hund folgt euch

- ihr stellt Regeln bei der Fütterung auf und auch beim Spielen

- ein ständiges Hinterherlaufen/ Kontrolle von eurem Hund in der Wohnung wird nicht mehr zugelassen

- in der Wohnung Tabu- Zonen für den Hund einrichten (z.B. Küche oder Badezimmer)

 

Für alle die noch üben müssen, diese drei Punkte solltet ihr unbedingt beachten:

 

1. Die wichtigste Übung ist "Auf den Platz", egal wann oder wie lange, ihr trefft diese Entscheidung. Der Platz muss eine Sicherheits- und Ruhezone für den Hund sein, dort soll er entspannen und wird nicht von Fremden angefasst oder bedrängt.

 

2. Neben den neu aufgestellten Regeln, ist eine körperliche und geistige Auslastung für den Hund sehr wichtig. Nur dann kann er auch richtig entspannen beim alleine bleiben.

 

3. Ganz viel Geduld!!!!

 

Solltet ihr Unterstützung benötigen, hier geht es zur...

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