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Ehrlichkeit in der Hundeerziehung

Dein Hund kennt die Wahrheit

Hunde sind bekanntlich treue Begleiter und loyale Gefährten. Sie sind nicht nur intelligent, sondern auch äußerst sensibel und nehmen unsere Emotionen und Absichten oft besser wahr als wir selbst.

 

Nicht jeder Hund zeigt dies auf die gleiche Art und Weise. Manche Hunde suchen unsere Nähe, wenn wir emotional werden. Andere Hunde entfernen sich lieber, werden verunsichert oder zeigen eventuell Übersprungsverhalten.*

 

In der Hundeerziehung spielt deshalb Ehrlichkeit eine entscheidende Rolle. Warum das so ist und wie du dein Verhalten positiv auf die Bindung zu deinem Vierbeiner auswirken kannst, erfährst du in diesem Blogartikel.

 

Ehrlichkeit in der Hundeerziehung bedeutet, dass du konsequent und fair zu deinem Hund bist. Das beinhaltet nicht nur, klare Regeln aufzustellen und diese auch durchzusetzen, sondern auch, dir gegenüber aufrichtig zu sein. Denn Hunde sind wahre Meister darin, unsere Körpersprache und unsere Stimmungen zu lesen. Sie erkennen sofort, ob wir gestresst sind, ungeduldig oder unsicher – und reagieren entsprechend darauf. 

 

Ein Beispiel: Du sagst deinem Hund, dass er nicht aufs Sofa darf, aber in Wahrheit lässt du ihn doch  dort liegen, wenn er sich wieder raufgeschlichen hat. Dein Hund wird schnell merken, dass deine Worte und Taten nicht übereinstimmen und kann dadurch verwirrt und verunsichert werden. Das kann zu Verhaltensproblemen führen, je nach Hundetyp.

 

Hinterfrage deine Kommunikation! Ist diese klar verständlich für deinen Hund? Wie ist deine Stimmung? Reagiert dein Hund vielleicht gerade auf deine Emotionalität?

 

Sei konsequent in deinen Anweisungen und belohne gutes Verhalten, anstatt nur bei Fehlverhalten einzugreifen. Setze klare Grenzen und halte diese auch ein – das schafft Sicherheit und Verlässlichkeit für deinen Hund. Zeige ihm deine Zuneigung und Wertschätzung durch liebevolle Zuwendung und gemeinsame Aktivitäten, aber sei auch in der Lage, ihm klare Feedbacks zu geben, wenn sein Verhalten nicht erwünscht ist.

 

Zur Hundeerziehung gehört es dazu, dass wir Menschen ebenso an uns arbeiten, wie mit unserem Hund. Dein Hund dient dir oft als Spiegel, du musst ihn nur verstehen lernen. Das Thema ehrliche Selbsteinschätzung finde ich persönlich sehr wichtig. Schließlich wäre es unfair sich nur auf den Hund zu konzentrieren, wenn wir doch zu eng mit ihm verbunden sind. 

 

Also, sei ehrlich mit dir selbst – dein Hund wird es dir danken.  

 

Diese Einschätzung hat sich bereits oft bestätigt, wenn wir früher Hunde zu uns genommen haben, die zu Hause Problemverhalten gezeigt haben- aber bei uns nicht mehr. Da war klar, dass an der Beziehung zwischen Hund und Mensch gearbeitet werden muss und auch der Mensch sein Verhalten und seine Stimmung hinterfragen sollte. Werden wirklich alle Bedürfnisse des Hundes erfüllt?

 

Mehr dazu findest du in meinem neuen Buch, welches mit einer Selbsteinschätzung beginnt:

*Übersprungsverhalten bei Hunden bezieht sich auf Verhaltensweisen, die auftreten, wenn ein Hund sich in einer stressigen oder überfordernden Situation befindet. Das kann unterschiedlich aussehen, je nachdem, was der Auslöser für den Stress ist. Beispiele für Übersprungsverhalten können sein:

  • Kratzen
  • Lecken von Pfoten oder anderen Körperteilen
  • Beißen an sich selbst oder anderen Gegenständen
  • Herumspringen
  • Winseln oder Bellen ohne ersichtlichen Grund
  • ...

Diese Verhaltensweisen können als Bewältigungsstrategie des Hundes dienen, um mit dem Stress umzugehen. Es ist wichtig, die Ursachen für das Übersprungsverhalten zu erkennen und zu versuchen, die Stressoren zu reduzieren, um dem Hund zu helfen, sich zu beruhigen und entspannen zu können.